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Vespa Cosa 1/200

Vespa Cosa 1/200

In 33 Jahren auf dem Tacho 12700 km stehen zu haben ist eine Kunst, denn das sind keine 400 km/Jahr Laufleistung. Die Bremsen sind neu gemacht, noch TÜV, ein paar kleine Kratzer, gedrosselt auf 10 PS, ein gutes, großes und stabiles Topcase, Lack rundum gut erhalten, das St.Christopherus Glöcken schon montiert, kann es nun losgehen mit größeren Touren über die Alpen und evtl. kurzzeitig auf die Autobahn. Top-Geschwindigkeit liegt lauf KfZ-Schein bei 95 km/h und die bin ich der Abholung von Grafenhausen bei Hr. Schätzle auch gelaufen auf der B3. Ein vorderer Gepäckträger und wichtige Ersatzteile sind bestellt und die werde ich bei meiner ersten Alpenüberquerung Ende des Monats an den Gardasee, mit so wenig PS, montiert haben. Sie fährt richtig gut, die Bremsen sind (Integralbremse) gewöhnungsbedürftig, aber das ist wirklich Eingewöhnung. Freue mich sehr über den Zuwachs in der Garage.
CIAO
Pit

Die Vespa Cosa ist ein Motorrollermodell des italienischen Herstellers Piaggio, das von 1988 bis 1998 gebaut wurde.

Modellgeschichte

Piaggio wollte die technisch veraltete Vespa PX mit einem neuen Modell ablösen und zugleich neue Konzepte einbringen. Man leitete die neue Entwicklung von der PX ab, weil man das klassische Konstruktionsprinzip mit selbsttragender Stahlblechkarosserie und das Vollschwingenfahrwerk beibehalten wollte, es gab jedoch den Plan, einen wassergekühlten Viertaktmotor und ein Automatikgetriebe zu verwenden, was später verworfen wurde. Dennoch wurden von den aufkommenden Automatikrollern einige Ideen in die Vespa Cosa, die man anfangs Vespa R (rinnovata, modernisiert) nennen wollte, übernommen, wie ein Staufach unter der Sitzbank, eine hydraulisch betätigte Integralbremsanlage oder ein optional erhältliches Antiblockiersystem am Vorderrad (EBC). Zudem nahm die Cosa die bei den Nachfolgemodellen Vespa ET und Vespa GTS verwendete Verkleidung von Teilen der Stahlblechkarosserie mit Kunststoff vorweg.

Die Vespa Cosa steht somit in direkter Nachfolge zur Vespa PX und ist die letzte neu entwickelte Vespa mit Schaltgetriebe. Die Vespa PX wurde aber parallel weiter gebaut und wird selbst nach Produktionsende der Vespa Cosa noch produziert.

Technische Besonderheiten

Zur Serienausstattung der Cosa gehörte immer die Hydraulik-Integralbremse. Durch das Pedal werden die Trommelbremsen beider Räder hydraulisch betätigt. Die Handbremse wirkt, wie bei älteren Vespa-Modellen, über einen Seilzug auf das Vorderrad. Sie ist nur als Notbremse oder Haltebremse zum Anfahren an Steigungen gedacht und nicht als Betriebsbremse vorgesehen.

Gegen Aufpreis war die Cosa zudem mit einem elektronisch gesteuerten Antiblockiersystem am Vorderrad lieferbar, dieses System wurde bei Piaggio EBC (electronic brake control) genannt.

Der Motor der Cosa ist im Wesentlichen eine Weiterentwicklung des Motors der Vespa-PX-Baureihe. Während die inneren Motorkomponenten beider Baureihen weitgehend gleich sind, unterscheiden sich die Motorgehäuse in drei Punkten:

  • die Schwingenaufnahme der Cosa ist breiter als die der PX
  • die Aufnahme für das hintere Federbein am Motorgehäuse ist anders geformt und platziert, da das hintere Federbein der Cosa länger ist als das der PX
  • der Montageplatz für die hintere Bremsankerplatte ist anders gestaltet um den Radbremszylinder der Bremse aufzunehmen

Der Vergaser der Cosa wurde ab Werk stets mit einem elektrischen Benzinhahn und einer Startautomatik versehen. Diese Details waren bei Vespa-Rollern neu, wie auch der elektronische Drehzahlmesser mit Analoganzeige, der in der geänderten Instrumententafel zentral angeordnet wurde. Zuvor wurde nur die Vespa T5 mit einem Drehzahlmesser ausgestattet (anfangs mit Digitalanzeige, spätere Modelle analog).

Generationen und Varianten

Die Baureihe wird in zwei Generationen unterteilt. Die erste Generation wurde von 1988 bis 1991 gebaut, ab 1992 folgte die zweite Generation die als Cosa 2 oder als Cosa FL (für facelift) bezeichnet wird.

Beide Generationen sind technisch jedoch grundlegend gleich, die Motorvarianten waren in beiden Generationen identisch. Modifiziert wurde die Kupplung, die sich mit weniger Kraft bedienen ließ und das Getriebe war mit einem neuen Seilzug versehen und leichter zu schalten. Ebenso bekamen die Instrumente eine neue Zeichnung. Unterschiede gab es auch beim Schlusslicht, das nun über dem Nummernschild und gleich unterhalb der Sitzbank war, dem Nummernschildträger und der Sitzbank. Die Sitzbank der Cosa 1 hat ein seitliches Schloss und war eher der PX nachempfunden. Die Sitzbank der Cosa FL war dagegen breiter und komfortabler gestaltet und hatte andere Haltegriffe. Das Schloss befindet sich hinten in einem Bereich, der auch noch in Fahrzeugfarbe lackiert wurde.

Alle Varianten verfügen über einen gebläsegekühlten Zweitaktmotor mit drei Überströmkanälen samt Einlassregelung über einen Drehschieber und über eine Ziehkeilschaltung mit vier Gängen, die durch einen Drehschaltgriff am linken Lenkerende betätigt wird.

 Technische Daten

Cosa 125Cosa 150Cosa 200 1)Cosa 200
Bauzeit1988–1998
Präfix der RahmennummerVNR1T / VNR2TVLR1TVSR1TVSR1T
MotorbauartZweitaktmotor, drei Überströmkanäle
Hubraum123,4 cm³150 cm³197,97 cm³197,97 cm³
Bohrung × Hub (mm)52,5 × 57,057,8 × 57,066,5 × 57,066,5 × 57,0
max. Leistung
(PS)
bei 1/min
5,88 kW
(8 PS)
5800
6,25 kW
(8,5 PS)
5700
7,35 kW
(10 PS)
5000
8,83 kW
(12 PS)
6000
max. Drehmoment
bei 1/min
10,5 Nm
4500
12,75 Nm
4500
14,5 Nm
4500
Verdichtung9,2:19,2:18,8:1
Getriebe4-Gang-Handschaltung, Ziehkeilschaltung
Höchstgeschwindigkeit88 km/h92 km/h95 km/h100 km/h
400 Meter, stehend25,3 s24,8 s22,0 s
TreibstoffGemisch 1:50, Getrenntschmierung (keine E10-Freigabe)
Tankinhalt7,7 l
Benzinverbrauch2,4 l/1002,5 l/1003,0 l/1004,0 l/100 (real)
Bereifungvorne und hinten: 100/90-10
Serviceintervalle4.000 km oder jährlich

  1) In Deutschland wurde die Cosa 200 auch mit 10 PS (Präfix Motornummer VDR1M) angeboten, wodurch sie günstiger zu versichern war. Unterschiedlich sind die Steuerzeiten des Zylinders und die Zündzeitpunkte.